Stiefmütterlich
Der Belvedere hatte es bei Plymouth immer etwas schwierig. Als der erste Plymouth mit diesem Namen 1951 auf den Markt kam, da war er nur eine Ausstattungslinie, das Spitzenmodell der Cranbrook-Reihe. Und er war wohl so ein bisschen ein Schnellschuss, die Coupé ohne B-Säule die Antwort auf den im Jahr zuvor eingeführten Chevrolet Bel Air. Ab 1954 durfte er dann zwar das Spitzenmodell von Plymouth sein, doch schon für den Modelljahrgang 1955 wurde er wieder vollkommen umgestaltet – erhielt den «Forward Look» von Virgil Exner – und erstmals einen Achtzylinder. Ab 1957 musste der Belvedere hinter dem Fury ins zweite Glied zurück, die Jahrgänge 60 und 61 galten als völlig verunglückt, und dann kam zum Unglück auch noch das Pech dazu. Der damalige Chrysler-Chef Newberg wollte gehört haben, dass Chevrolet seine Fahrzeuge für 1962 deutlich schrumpfen lassen würde, also wollte er das auch haben – der Belvedere wurde deutlich kleiner (dabei aber nicht schöner). Newberg hatte da etwas falsch verstanden, GM und Ford führten bloss unter den Fullsize-Fahrzeugen den Nova bzw. Fairlane ein, gegen oben wurde weiter gewuchert.



Ab 1965 musste der Belvedere bei Plymouth endgültig ins zweite Glied zurück, der Fury stand oben allein. Immerhin verpasste der neue Design-Chef Elwood Engel ihm klare Linien, die Baureihe wurde als «grösster Wagen sein Klasse» beworben. Für 1967 gab es dann oberhalb des Belvedere in der Mittelklasse noch den GTX – und da sind wir nun mittendrin im Thema. Für den GTX, der sich optisch schon recht deutlich von einem Basis-Belvedere unterschied, gab es nicht nur den 7,2-Liter-V8 mit offiziell 375 PS, sondern gegen einen Aufpreis von 700 Dollar auch den famosen 7-Liter-Hemi mit seinen 425 PS – das war dann schon sehr heftig.






Wer nun einen Plymouth-Händler kannte, der sich ein bisschen auskannte, der konnte nun aber auch einen Belvedere mit dieser Maschine haben. Aber anscheinend kannten sich nicht so viele Plymouth-Händler/Kunden gut genug aus, denn nur gerade vier dieser 67er Belvedere mit dem Hemi wurden verkauft. Das Fahrzeug, das wir hier zeigen, verfügt dazu noch über ein manuelles A833-4-Gang-Getriebe und das Sure-Grip-Differential – und es ist das einzige in Rot. Nachdem der erste Besitzer verstorben war, stellte sein Bruder in einen Scheune – und dort blieb der seltene Belvedere für 35 Jahre. Mecum versteigert den Plymouth, der von aussen so nach gar nicht viel aussieht, in Kissimmee 2026.








Mehr seltene Amerikaner haben wir unter Numbers.


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