Alles wird anders
Gerade hat China seinen jüngsten Fünf-Jahres-Plan für seine wirtschaftliche Entwicklung verabschiedet. Da lächeln die westlichen Wirtschaftsweisen (also alle, die unter anderem auch am meisten von Fussball verstehen) nur müde, zentralistisch gesteuerter Fünf-Jahres-Plan, wie veraltet ist das denn, heute holt man sich das Öl, gibt den Tech-Firmen und ihren Selbstdarstellern alle Macht, wirft mit Zöllen mal schnell die ganze Weltwirtschaft über den Haufen, macht morgen wieder alles anders – was soll da ein Plan über fünf Jahre? Nun ja, vielleicht ist es genau das: Planungssicherheit. Ich will mich hier nicht als Spezialist aufspielen, wahrlich nicht, doch so wie ich das verstanden habe, geht um es um Innovation statt Massenproduktion, Milliarden für KI und die dafür benötigten Chips, überhaupt technologische Unabhängigkeit, die Stärkung der Binnenwirtschaft. Das tönt für mich nach einem Plan – definitiv keinen Plan haben andere. Und deshalb schaut radical etwas genauer hin, hat die ganze Ausgabe #6 China gewidmet, stellt die Hersteller vor, die in der Schweiz jetzt vertreten sind, hat aber auch die Zahlen, welche die tektonischen Verschiebungen in der Industrie erklären. Und ich habe ausführlich mit einem Mann gesprochen, der das ganze Spiel gut kennt: Wolfgang Egger, einst bei Alfa und beim Volkswagen-Konzern die grosse Nummer, seit bald einem Jahrzehnt Chefdesigner bei BYD. Die Stories dazu gibt es frei zugänglich (ausser das Interview mit Egger).
Das Interview mit Wolfgang Egger
Zahlen zu den tektonischen Verschiebungen
BYD: Selbstbewusstsein und Spieltrieb
Richtungswechsel bei Lynk & Co.
pure//: Eine chinesische Küche gibt es nicht
Was bei radical#6 auch noch ist: pure, das Magazin für zeitgemässe Esskultur. Das gibt es: hier. Und alles zum Abo erfahren Sie: hier.


Der chinesische Plan bezüglich Autos ist recht einfach. Relativ bald werden nur noch Hybride und BEVs zugelassen. Schon jetzt ist die Zulassung von Verbrennern in den grossen Städten. schwer und teuer, Da muss der teutonophile Chinese schon schlucken und ein paar Yen mehr aus dem Säckel holen.
Wenn ich Mercedes Chef wäre würde ich ganz schnell Lucid aufkaufen, die sind noch für ein Nasenwasser zu haben, die Technik ist aber erste Sahne, wie Herr Ruch schon feststellte.
Ja, ja, der Herr Egger. Ich habe vor Jahren einmal ein Interview mit ihm gelesen, als er noch für Alfa tätig war. Da saß er in einem 33 Stradale, von Franco Scaglione gezeichnet, und schwärmte für Alfa und Italien. Er lebe seinen Traum bei Alfa aber dann ging er doch zu VW, wie Walter deSilva und viele andere.
Planungssicherheit ist nicht nur eine wichtige Größe für wirtschaftlichen Erfolg. Es hat auch Einfluss auf die Lebenswege der Menschen. Die Planungssicherheit hatten wir früher auch und wir hatten damit Erfolg.
Von dem heutigen China möchte ich bitte nix „lernen“. Permanente Bespitzelung, Zensur und Umerziehungslager hatten wir zur Genüge in Deutschland. Mein Schwiegervater war fast 20 Jahre für ein führendes Deutsches Unternehmen, welches Gase herstellt, in China tätig. Seine Hausbediensteten und sein Chauffeur, der eigentlich gar nicht Autofahren konnte, bespitzelten ihn 24 Stunden am Tag.
Ja, die chinesischen Betonkopfkommunisten haben 1989/90 genau analysiert, was im Ostblock „schief gelaufen ist“ und haben ihre Lehren daraus gezogen. Sichtbar wurde das, durch das Massaker am Platz der himmlichen Friedens. Dort wird nicht einfah so demonstriert und wenn doch, dann nur durch Anordnung von „Oben“. Unsere Staatenlenker und ChaosEgOmanen haben leider bis heute nix kapiert.
Wir hatten unsere Chance, aber wir dachten, in China geht das so einfach wie mit dem Besuffski im Kremel. Fataler Irrtum.
Hmmh, mir geht da nicht aus dem Kopf, was sie da schreiben.
Vergleichen wir doch mal mit Deutschland. Wir haben Kameras allenthalben, sogar im Wald muss man gucken, wo man ungesehen hin pinkeln kann.
Haben wir Meinungsfreiheit? Angeblich ja. Können wir unsere Meinung frei äussern? Auf keinen Fall, wenn sie nicht politisch korrekt ist. Dann ist man sofort ein Nazi.
Haben wir Pressefreiheit? Angeblich ja. Nur ….. man liest und hört nur politisch korrektes. Auch die Journalie traut sich nicht, bestimmte Dinge beim Namen zu nennen.
Die könnten erstens das Volk beunruhigen oder wie „Nazi“ klingen.
Nicht mal der Bundeskanzler darf etwas sagen, was nicht ganz korrekt sein könnte (Stichwort „Stadtbild“).
Wenn die Wahrheit, beispielsweise zu „unseren“ Migranten öffentlich würde, hätten wir Aufstand in Deutschland. Darf man aber nicht aussprechen, die Wahrheit. Und da ich diese aus erster Hand beinahe täglich höre, kennt sie auch der Politiker und der Journalist.
5 Jahres Plan. Wäre nett, wir hätten einen.
Wahlversprechen für die nächsten 4 Jahre (auf Landesebene 5 Jahre) sind ja eigentlich so ein Plan. Der wird aber nicht eingehalten, sobald die Wahlen vorbei sind.
Das System an sich, ob nun Demokratie oder totalitäres System (ob es nun Kommunismus heisst oder mehr rechts steht ist egal, kann man nicht unterscheiden in der Praxis) ist auch egal.
Wichtig ist, was draus gemacht wird.
Kommunismus an sich ist eine nette Idee. Sogar Nationalsozialismus sagt eigentlich nur, es wird national (America first) und sozial gedacht.
Schlimm ist dann der Machtmissbrauch durch die Führenden, nicht das System grundsätzlich.
Machtmissbrauch ist in meinen Augen aber auch, was unsere Politiker tun.
Sie kümmern sich nicht ums Land und ums „Volk“, sie sichern sich mit Versprechungen ihre Pfründe und sind im Dauerwahlkampf, mehr nicht.
Ich war nie in China, was ich jedoch in Berichten sehe ist, dass die gezeigten Leute positiv, fröhlich und nach vorne gerichtet erscheinen. Das habe ich bei uns lange nicht mehr gesehen.