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Porsche 907

Verlängerung

Mit den Zahlen hat es Porsche bekanntlich nicht so, derzeit stimmen sie weder bei Umsatz noch Gewinn. Doch auch sonst scheinen die Stuttgarter damit ein Problem zu haben, darüber wurde hier schon mehrfach geschrieben, etwa, als es um eine 1 Million Porsche 911 ging. Überhaupt der 911, zuerst als 911, dann als 964, dann 993, 996, 997, worauf dann logischerweise 991 und 992 folgten. Es gibt aber noch mehr Beispiele, bei den Rennwagen, 550, 718, 904, 906, dann 910 – und 908. Über alle haben wir schon etwas geschrieben, fehlt nur noch der 907. Der aber eigentlich ein 910 mit langem Heck war. Interessant dabei: Es gab den 907 auch mit kurzem Heck. Aber beginnen wir doch von vorne.

Es ging dann plötzlich schnell, sogar Porsche, ansonsten meist bestens schon vorab informiert über Reglementsänderungen, wurde im Oktober 1967 auf dem falschen Fuss erwischt, als die FIA für die Saison 1968 eine Hubraumbeschränkung bei den Prototypen auf drei Liter verkündete. Man hatte das in Stuttgart zwar erwartet, aber erst für 1969, der neue 3-Liter-Achtzylinder war noch nicht bereit. Also musste man den 910 überarbeiten, vor allem aerodynamisch war da noch Luft nach oben. Der Gitterrohrrahmen des 910 wurde praktisch unverändert übernommen, doch das Heck wurde für den 907 um satte 0,5 Meter verlängert. Auch sonst wurde fleissig gegen den Luftwiderstand gearbeitet, das Cockpit wurde schlanker (und erstmals bei einem Porsche-Rennwagen sass der Fahrer rechts), die Windschutzscheibe verlängert, hinter dem Fahrer gab es eine durchsichtige Kunststoffhaube mit Lüftungsschlitzen. Ganz neu war eine an der Heckkante angebrachte, bewegliche Klappe, die sich über die Aufhängung je nach Kurveneinfahrt verstellte und so mehr Anpressdruck versprach – active Aero, würde das heute heissen. Zu Beginn fuhren die 907 noch mit dem bekannten 2-Liter-Sechszylinder-Boxer, Typ 901, der auf etwa 220 PS kam. Es folgte dann der neue 2,2-Liter-Achtzylinder, Typ 771, der auf stolze 270 PS kam.

Interessant ist nun aber, dass die ersten zwei 907 schon im Juni 1967 zum ersten Mal bei den 24 Stunden von Le Mans antraten. Siffert/Herrmann kamen mit dem 2-Liter-Sechszylinder auf den fünften Rang (und auf der Mulsanne-Geraden auf 302 km/h), sie gewann aber souverän die Index-Wertung, dies mit einem Verbrauch von nur gerade 14,51 Liter/100 km. Im ersten Rennen zur Sportwagen-Weltmeisterschaft 1968, bei den 24 Stunden von Daytona, gelang den unterdessen mit dem Achtzylinder ausgestatteten 907 ein Dreifach-Sieg – auch deswegen, weil Ferrari die ganze Saison ausliess und Ford auch nichts Passendes im Angebot hatte. Bei den 12 Stunden von Sebring gab es einen Doppelsieg – vor zwei eher serienmässigen Chevrolet Camaro. Doch dann hatte Ford endlich seinen GT40 mit dem 4,7-Liter als Sportwagen homologiert, der fuhr den 907 (und allen anderen Porsche) massiv um die Ohren, ausser bei der Targa Florio. Der Weltmeister-Titel ging an Ford, obwohl Porsche ab Mitte der Saison mit dem 907 Kurzheck ein neues, sehr heisses Eisen im Feuer hatte, nochmals leichter (Gitterrohrrahmen aus Alu statt aus Stahl). 1969 setzte Porsche ab Werk nur noch den 908 sowie ab Juni den 917 ein, die 907 als Lang- und Kurzheck wurden an Privatteams verkauft.

Das Fahrzeug, das wir hier zeigen, trägt die Chassis-Nummer 907-005 – und ist das Siegerfahrzeug der 24 Stunden von Daytona 1968. Man muss das schon klar sehen: Nachdem sich Porsche eine kleine Ewigkeit lang zwar unzählige Klassensiege hatte sichern können, war Daytona 68 der erste grosse Gesamtsieg in einem wichtigen 24-Stunden-Rennen. In Monza kam der Wagen noch auf den 2. Platz, dann wurde er von Privatteams eingesetzt, kam wieder zurück zu Porsche, musste als Testfahrzeug für ein automatisches Feuerlöschsystem hinhalten, überlebte das im Gegensatz zu 907-008, der vollständig ausbrannte, ohne grössere Schäden. Ab 1989 wurde 907-005 von einem Schweden vollständig restauriert, ein Amerikaner brachte das Werk samt passendem Achtzylinder später zu Ende, jetzt wird der Wagen von Gooding Chriestie’s in Pebble Beach 2026 versteigert. Erwartet werden 4,5 bis 5,5 Millionen Dollar.

Mehr Porsche haben wir im Archiv.

Ein Kommentar

  1. loic dymande loic dymande

    Der Held meiner Carrera Rennbahn!

    Guten Tag, schöne Ferien, und SonnenFinsterniss..!

    Der steht bei mir am Schreibtisch. Neben Ferrari 312T und einem
    Matra v12 brülll.. (den musste ich mir aus einem anderen Matra und
    stärkerem E-motor bauen, was damals, es war der 1 Jänner 1972, die
    Sicherung raus gehaut hat.. ja.. the parrents where not amused..lol)

    Danke und noch mehr altes. das Alte ist nicht immer besser, aber oft
    viel schöner, cooler und irged wie moderner. Man wagte und so weiter.

    Loic

    Ps bin oben am Berg, Bier gekühlt. Schwarze Nasa-brille und Frauen tratschen.
    Freund schnarcht.. ( passt..er ist ein rheinischer Flachländler.. mit 1890 Hm is er
    erledigt… morgen, so Zess und Wetter will gehen wir auf den Dachstein.. bis 2500..)
    Wenn es net so sau heiss wie heute ist.
    Klimaanlage hängt an 12 Pv-feldern. Internet und Kühlschrank 2.. (( für den Sallat
    der Frauen) Kühlschrank-1 ist Keller wo die Quelle aus demBerg.. Das Gösser Bier
    hat 7 Grad..
    Grüsse 🙂

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