Spielsachen
Gerne sieht man den Alfa Romeo 1900 als letztes Automobil, an dem sich die italienischen Carrozziere noch austoben konnten; die Mailänder sahen das auch so, der bis 1959 gebaute Millenove war mit Bedacht so konstruiert worden, dass er unterschiedliche Aufbauten tragen konnte. Und auch sollte. Und ja, es entstanden wunderbare Automobile auf dieser Alfa-Basis, man denke nur an die Schönheiten von Zagato. In einem geringeren Masse, auch weniger erfolgreich (oder zumindest: weniger bekannt), arbeiteten die italienischen Stylisten aber auch an Fiat. Das war: günstiger. Und bot halt auch sehr viel Raum für sehr viel Kreativität. Es seien hier einige Beispiele vorgestellt, auch von Design-Studios, die längst in Vergessenheit geraten sind.
Fiat 1200 TV Trasformabile (1957)







Beginnen wollen wir mit dem hauseigenen Centro Stile, offiziell zwar erst 1958 gegründet, doch auch schon vorher aktiv (noch als Fiat Carrozzerie Speciali, noch mit eigenem Werk), denn Chefingenieur Dante Giacosa hatte in seiner Zeit in den USA gesehen, wie das bei General Motors funktionierte. Erster Chef war Mario Felice Boano (den kennen wir von: hier), der über die Jahre einige Talente fand, Fabio Luigi Rapi, Pio Manzu, auch Giorgetto Giugiaro. In den 60er Jahren war das hauseigene Centro Stile wirklich wichtig, klar, da gab es immer auch Kooperationen mit den bekannten Designern, doch vollendet wurden die Entwürfe dann meist inhouse an der Strada della Manta 22. Eines der verspielteren Werke von Rapi war der 50 PS starke 1100 TV Trasformabile von 1955, ein hübsches, wenn auch ziemlich stark von amerikanischen Einflüssen inspiriertes Cabrio; TV steht übrigens für Turismo Veloce. Ab 1957 wurde daraus der 1200 TV Trasformabile, neu mit 55 PS – und diesen wunderbaren, nach aussen schwenkbaren Sitzen. Doch immerhin 2350 Stück von diesem kleinen Schmuckstück konnten verkauft werden.
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Die Kleinserien von Vignale
Über Vignale haben wir schon oft geschrieben, meist im Zusammenhang mit Ferrari, etwa hier, aber auch beim Fiat 8V. Gern geht vergessen, dass Carrozzeria Vignale auch ganz viele Fiat eingekleidet hat, meist in kleinen, aber teilweise sehr schönen Serien.
Fiat 1100 TV Coupé, Vignale (1955)






TV, Turismo Veloce bedeutete genau das: Ein Weber-Doppelvergaser und eine leichte Erhöhung der Kompression brachte dem 1,1-Liter-Vierzylinder genau jenen Push, der ihn auch sportlich machte, über 130 km/h schnell. Damit gab es Klassensiege bei der Mille Miglia 1954 und 1955, und auch noch einen Gesamtsieg beim Vorläufer der Paris-Dakar, der Rallye von Kapstadt nach Algiers 1954. Dieses Exemplar hier hat zwar nichts mit diesen Rennen zu tun, es war ein Einzelstück, gezeichnet von Giovanni Michelotto im Auftrag eines Doktors aus La Spezia.
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Fiat 1100 TV Desirée, Vignale (1956)









Gezeichnet von Michelotti, entstanden wahrscheinlich drei Exemplare von der «Erwünschten». Mit 49 PS ganz anständig motorisiert.
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Fiat 1100 TV Coupé Printemps, Vignale (1957)






Viele gab es sicher nicht von diesen Frühlings-Fiat, vielleicht vier, höchstens fünf. Vorgestellt wurde der von Giovanni Michelotti für Vignale entworfene Printemps im Herbst 1956, man kann gern andere Michelotti-Entwürfe darin erkennen, aber dies passte halt gut auf das Chassis dieses 1100er-Fiat. Diese Leichtigkeit…
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Fiat 600 Rendez Vous, Vignale (1959)






Anscheinend mochte man bei Vignale die französischen Begriffe, diese «Verabredung» wurde schon 1955 zum ersten Mal gezeigt, bis 1959 entstanden wohl etwa 20 Exemplare. Und ja, selbstverständlich wieder Michelotti – und man kann, wenn man denn will, durchaus Lancia Aurelia B20 und auch Fiat 8V darin erkennen.
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Vignale Gamine (ab 1967)

Er war grossartig – und er führte Vignale in den Ruin. Wir schrieben dann noch etwas darüber.
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Das geht selbstverständlich noch weiter, da gibt es noch so viele. Andere schöne Klassiker: Archiv.

