Rückblick – und so
Heute vor genau 50 Jahren gewann Clay Regazzoni auf Ferrari den Grossen Preis der Schweiz in Dijon. Das Rennen zählte zwar nicht zur Weltmeisterschaft, doch mit Ausnahme des späteren Weltmeisters Niki Lauda war alles am Start, was damals Rang und Namen hatte. Im Training dominierte Jean-Pierre Jarier, er führte das Rennen auf seinem Shadow auch souverän an, doch dann hatte er einen Getriebeschaden; das übliche Schicksal von Jarier in jenem Jahr, er war zwar schnell, doch sein Shadow war sehr unzuverlässig, in den 14 Rennen jener Saison kam er nur drei Mal ins Ziel, obwohl er zwei Mal die Pole-Position holte, einmal die schnellste Rennrunde fuhr. In Dijon konnte Regazzoni erben, Zweiter wurde Patrick Depailler auf Tyrrell, Dritter Jochen Mass auf McLaren. Es war noch ein zweiter Schweizer am Start damals, Jo Vonlanthen auf einem Williams; er wurde mit neun Runden Rückstand Letzter. Dafür gewann mit Clay zum ersten und einzigen Mal ein Schweizer den Grossen Preis der Schweiz.

Es ist noch lustig, wenn man sich dann etwas vertieft in die Formel-1-Saison 1975. Es gab da noch so manch ein Team, an das man sich kaum mehr erinnert, Parnelli, Lyncar, Maki, Gunston, bei Williams kamen über die ganze Saison 9 verschiedene Fahrer zum Einsatz (plus eine Fahrerin, Lella Lombardi), zwei Mal zwei Brüder (Emerson und Wilson Fittipaldi, Jody und Ian Scheckter – plus drei weitere Südafrikaner) – und ganz viele Piloten, an die ich mich beim besten Willen nicht mehr erinnern kann. Vielleicht sollte ich da mal ein bisschen vertieft einlesen, da gibt es sicher gute Stories.
Im nächsten Newsletter dann, da wird unsere kommende Print-Ausgabe, also radical#4, im Mittelpunkt stehen. Das hat insofern Auswirkungen auf diesen, den aktuellen Newsletter, als dass ich halt so ein klein bisschen beschäftigt war die letzten Wochen, nicht ganz das übliche Füllhorn an Stories ausschütten kann. Es gibt deshalb diverse Auffrischungen von Stories, aber das lohnt sich halt auch, oft kommen sie aus den Untiefen unseres Archivs wieder nach vorne, etwa der Porsche 911 Carrera RS 3.8/RSR 3.8 – da geht es tief in die Details. Oder:

Ferrari 365 GTB/4 Competizione


Dazu gehört auch dies:

Und dann, klar, wieder ein Porsche 911 Carrera RS 2.7 (#1046, da ist die Sammlung vorerst noch frei zugänglich), zwei Ferrari F40, #83313 und #87627 (da gibt es die Sammlung nur noch im Abo). Wir haben aber auch ganz frisches Material zu aktuellen Automobilen, etwa zum VW Golf GTI. der uns sehr positiv überrascht hat:

Etwas gröber unterwegs ist man dann im Lucid Air Sapphire. Da sind dann 1251 rein elektrische PS zu bewältigen, 1960 Nm maximales Drehmoment. Ja, das ist heftig – und ja, das ist auch gut, unter den Stromern sehr weit oben.

radical zero: Fahrbericht Lucid Air Sapphire
Was man vom Fiat Grande Panda nun wirklich nicht behaupten kann. Dieses Fahrzeug ist ein Beispiel dafür, was die E-Mobilität nun wirklich nicht vorwärts bringt, zu hoher Verbrauch, folglich geringe Reichweite, dafür lädt er dann auch noch langsam. Und nein, über das Design lässt sich eigentlich auch nicht streiten.

radical zero: Test Fiat Grande Panda
Aber wir haben noch mehr aktuelle Fahrzeuge, an der Monterey Car Week wurden eine ganze Reihe von Neuheiten gezeigt. Fast allen ist eines gemeinsam: Man kann sie gar nicht mehr kaufen.

Und noch einmal Monterey Car Week: Wir haben einen Überblick über die Auktionsresultate. Und da fiel vor allem etwas auf.

Die Auktionen an der Monterey Car Week
Damit wir auch fürderhin etwas Arbeit haben, haben wir nun endlich auch noch eine Sammlung der Ferrari 288 GTO begonnen. Es gibt auch einen Grund, weshalb wir das nicht früher gemacht haben: Leider sind wir noch nie so ein Fahrzeug gefahren.

Ferrari 288 GTO – die Sammlung
Auch mit einem Alvis aus den Vorkriegsjahren hatten wir noch nie das persönliche Vergnügen. Aber sie sind halt noch speziell, das kann man sich gut einmal genauer anschauen.

Ziemlich gut kennen wir dafür die Ferrari 360. Und deshalb gibt es nicht nur eine Liebeserklärung, sondern auch gleich noch eine Kaufberatung.

Kaufberatung, oder so: Ferrari 360
Immer wieder erreichen uns auch Geschichten von Lesern. Was uns Herr H. da aber zu den Avon-Stevens Convertible auf Basis der Jaguar XJC (und Daimler) geliefert hat, das ist nun wirklich aussergewöhnlich. Sie dürfen jederzeit auch, es muss auch nicht unbedingt ganz so tief ins Detail gehen.

Jaguar/Daimler XJC Avon-Stevens Convertible
Bleiben Sie uns gewogen, empfehlen Sie radical weiter.


Copersucar – auch so ein F1-Exot in den 1970ern. Der Name hat mich als Kind fasziniert, deshalb ist er hängen geblieben. Da stand soweit ich weiß ein schwerreicher brasilianischer Zuckerindustrieller dahinter. Emmerson Fittipaldi fuhr für die.
Jaaaa, da kann ich mich noch daran erinnern. Da waren die Formel 1-Fahrer noch wirklich wilde Typen (Helden?). Overall offen oder das Oberteil um die Hüfte gebunden, Oberkörper frei, Sonnenbrille, meist lange Haare und oft auch mit einer Zigarette im Mundwinkel fläzten die sich an die Boxenmauer oder gar an ihr Arbeitsgerät. Gespielte Lässigkeit? Der Tod war ständiger Begleiter
und viele wechselnde Fahrer auch ein Zeichen dafür, dass es oft einen „erwischte“.
Der Clay war auch so ein Typ. Nicht austauschbares Bubilein sondern ein Typ – Vollgastyp? Wenn ich mir heute so die Arbeitsgeräte der Herrn ansehe dann steigt mein Respekt noch mehr. Und ja, die vielen „Hersteller“, Hinterhofklitschen? Basteln wir uns mal so nebeher einen Rennwagen zusammen 😉 Motor von Cossi, Getriebe Hewland, Bremsen Dunlop, Chassis aus ein paar Rohren zusammengeschweist, Hülle aus Alu drüber – fertig! Ach ja, die Gagen für die „Todesmutigen“ waren/sind im Vergelich zu heute beschämend wenn man bedekt, wie die ihr Leben riskiert haben.
Ein GP der Schweiz war ein Klassiker, so wie Hockenheim, Monaco, Le Castillet, Silverstone, Zeltweg, Imola und Monza, Spa, Kyalami, Adelaide und Rio. Alles keine solchen „Mickeymaus“-Retorten-Strecken mit Schikanen wie heute, sondern Pisten mit Vollgasgeraden dass es nur so raucht! Und eben Vollgasfahrern. Schön war die Zeit und danke für die Erinnerung dank dem Bild von Clay. Nur das Schwärmen für die Grid-Girls und Boxen…… verkneife ich mir wegen politischer Korrektheit.
Wenn ich mir heute die Bubileins, im Strampelanzug bis ob hin geschlossen, Depperlkappi auf, Stöpsel in den Ohren und Nuckelflasche und ach so sportlich angepasst, der Ingenieur von der Box sagt, wie er fahren muss – traurig. Schade, dass er den einen schweren Unfall hatte (hab ich live im Fernsehen damals miterlebt), Aber immerhin hat er die „wilden Jahre“ überlebt. Der „Unzerstörbare“!
Danke für den Einstieg in den Newsletter mit Clay Regazzoni, einen der ganz Großen für mich.