Good News
Es hat ein bisschen länger gedauert, sorry, nicht bloss mit dem Newsletter, sondern auch mit der nächsten Print-Ausgabe von radical. Nächste Woche wird nun endlich geliefert – und es wird alles ein bisschen anders. Denn neben radical#6 kommt nun auch noch: pure. Es wird dies in Zukunft ein zweiter fester Bestandteil sein, ein Magazin zur zeitgemässen Esskultur. Also keine Dubai-Kakolade oder vergoldeten Riesenfleischstücke, sondern die einfachen Genüsse, Brot, Käse, Salami, vielleicht noch einen Schnaps dazu; mehr «cucina povera» als 3-Sterne-Restaurants. Mit Jürgen Dollase und Claudio Del Principe konnte ich zwei der besten deutschsprachigen Food-Beschreiber gewinnen, sie haben beide Carte Blanche; alles andere kommt aus der gleichen Küche wie radical.

Und es wird das alles auch hier auf der gleichen Seite stattfinden. Aber keine Angst, ich mische das nicht, auf der Homepage wird es nur einmal pro Woche einen Hinweis geben – ansonsten finden Sie die Food-Stories oben in der Menu-Leiste unter «pure» (dorthin ist auch schon «die hohe Kunst der japanischen Küche» gewandert). Was ich versprechen kann: Das wird fröhlich. Ach ja, pure ist selbstverständlich im Abo inbegriffen.

Nicht wirklich fröhlich stimmte mich in den letzten Monaten, dass das Interesse an den «long reads», also den wirklich ausführlichen Stories, beständig abzunehmen scheint. Ein etwas tragisches Beispiel dafür ist etwa die Geschichte von LaSalle, einst die kleine Schwester von Cadillac. Gut, Vorkrieg, das scheint tatsächlich immer weniger zu interessieren, aber dass es derart düster werden würde, das hat mich überrascht, auch enttäuscht. Denn da steckt sehr viel Arbeit dahinter. Die Story verdient eine zweite Chance:

Ganz ähnlich ging es dem Meccanica Maniero 4700 GT. Und der ist nun wahrlich nicht Vorkrieg, sondern ein spannendes Werk von Giovanni Michelotti. Ausserdem gibt es ihn nur ein einziges Mal. Und besonders viel wurde auch noch nicht über ihn geschrieben. Also, neuer Versuch:

Und dann frage ich mich auch noch, ob es von gewissen Fahrzeugen so etwas wie eine Überdosis gibt. Klar, ich kann verstehen, dass nicht alle Freude haben an den immergleichen roten Ferrari F40 (neu dazugekommen sind in der Sammlung: #86038, #93892 und #87219), doch ich bemerke auch ein schwindendes Interesse an den vielen Lamborghini Miura, die in den letzten Monaten auf den Markt kamen, es gab hier auch gleich drei Exemplare, #3919, #3637 und:

Lamborghini Miura P400SV – #4967
Noch eine letzte Klage: Fiat Dino Berlinetta Speciale. Da gab es zwei Versionen, einmal für Paris, dann für den Genfer Salon (so, wie sich das Fahrzeug heute präsentiert). Dass aber die Pariser Variante nicht einmal Kommentare generierte, das hat mich gewundert, denn sie ist schlicht und einfach grossartig. Aber vielleicht wollen Sie es sich ja noch einmal überlegen:

Es gibt eine neue Serie: Formel 1. Da habe ich erst angefangen, es ist ja nicht ganz einfach, an vernünftige Bilder zu kommen. Aber es ist halt ein schönes Spielfeld, da wird es sehr viele Geschichten zu erzählen geben, darauf dürfen Sie sich freuen.


Immer mehr lerne ich auch über die Automobile von Ruf, noch so ein wohl unendliches Projekt. Um was es diesmal geht, steht gleich unten:

Noch so manche Story konnte ich auffrischen, ergänzen in den vergangenen Wochen, so etwa die Ferrari 342 America, die Porsche 968 Turbo S, die McLaren Elva, die Delage D8/D8 S, die Chevrolet El Camino. Mein persönlicher Liebling:

Fiat Abarth 1000 Bialbero (Beccaris)
Besonders viele (wichtige) Neuheiten gibt es weiterhin nicht (oder sie gehen spurlos an mir vorbei). Da beschäftige ich mich lieber mit ein paar Youngtimern, etwa dem Aston Martin Taraf oder wieder einmal mit einer Viper. Zudem habe ich mich wieder einmal ein bisschen um ältere Japaner gekümmert, da ist zum Beispiel der Mitsubishi 3000 GT. Oder dann:

Ganz zum Schluss eine der besten radical-Stories überhaupt: die einzige (überlebende) Citroën DS mit V6-Motor. Das ist ein schon gut abgehangenes Stück, das ich wieder einmal hervorgekramt habe, weil es ein Wiedersehen gab bei einer Ausstellung im französischen Flin zu «60 Jahre Motorsport von Citroën». Und weil diese Ausstellung nun noch bis zum Jahresende verlängert wurde, mag ich sie doch gerne empfehlen.

Bleiben Sie uns gewogen, empfehlen Sie radical weiter.


La Salle fand ich spannend, das viele Volvo Gedöns weniger.
Ansonsten freu ich mich auf (fast) alle Geschichten von Dir..
Die Rechnung fürs digital abo hab ich immer noch nicht erhalten. So wird das nix mit Wohlstand!????
Toll, ich freue mich auf Claudio del Principe! Und Jürgen Dollase, den ich allerdings noch nicht kenne…
Es ist ja auch wirklich schade, dass es kaum noch erwähnenswerte Neuheiten gibt. Von deutschen Premiumherstellern kommt nix mehr (ok, BMW kann wenigstens Elektro). Porsche ist zur Karikatur seiner selbst verkommen. Wer außer Außendienstlern fährt noch Audi? Und Mercedes fällt auch nix besseres mehr ein als ein beheizter Gurt und ein beleuchteter Stern. Ehemals spannenden Marken wie Jaguar, Lancia, Alfa, Maserati, Alpine, Lotus, Ferrari, etc. sind entweder tot oder abgedriftet. Was soll man da wirklich noch groß berichten?
Ich fürchte, wir stehen gerade an einer Zeitenwende. Die Technik an sich ist weitgehend ausgereizt. Der Verbrenner wird schrittweise abgelöst. In Norwegen ist er schon so gut wie tot. Die grundsätzliche Faszination für das Auto an sich und seine Technik ist der Generation der unter 30-Jährigen weitgehend abhanden gekommen. Was auch verständlich ist, denn die großen, faszinierenden Evolutionsschritte der Automobiltechnik, die wir alten Säcke (also die Generation 50+) noch alle paar Jahre miterlebt haben, die gab es in den letzten 20 Jahren nicht mehr.
Ich will hier nicht den Kulturpessimisten spielen, der laut darüber jammert, dass es heute nicht mehr so ist wie es früher in Wirklichkeit nie war. Das Auto hat unsere Gesellschaft für 120 Jahre tief geprägt und fasziniert. Das ist eine lange Epoche. Dass sich die Interessen verschieben und prägende Dinge irgendwann an Bedeutung verlieren, ist der Gang der Dinge.
Im Moment ist sowieso alles im Umbruch. Unsere Welt wird in 20 Jahren deutlich anders aussehen als jetzt. Und mit der von vor 20 Jahren nur mehr wenig zu tun haben. Wo wir dann stehen werden, wissen wir alle miteinander nicht. Wer weiß, vielleicht gibt es dann wieder spannende, aufregende Elektroautos, weil die dann dank weit besserer Technik keine teuren 2-Tonnen-Apparate mehr sind, die nur Längsbeschleunigung können. Renault zeigt ja schon ein wenig, wie Elektro *auch* gehen kann.
Inzwischen bin ich dankbar für ein Online-Magazin, das ein wenig mehr zu bieten hat als Copy-Paste-Marketingsprech-Journalismus und das herbeten technischer Daten. Und immer daran denken: Anders ist einfach nur anders. Und weder besser, noch schlechter. Also immer schön offen bleiben für das Neue. Neues ist nicht grundsätzlich furchtbar, nur weil es anders ist als das, was wir von früher her gewohnt sind.
P.S: Auch ich wäre dankbar für eine Moderation, die seltsamen Kommentaren mit viel verquerem Text und wenig bis gar keinem sinnvollen und/oder konstruktiven Inhalt keinen Raum mehr gibt.
hmm, es wird hier ja schon fleissig moderiert. und ganz viel Müll abgewürgt. aber diesen «Heribert» (bekannt unter noch manch anderem Namen – ich weiss auch, wer er ist) lass ich manchmal durch (sofern er nicht zu rassistisch wird). Provokation ist ja auch ein Stilmittel (das ich durchaus kenne…).
Man muss mal wieder aufpassen was man sich wünscht, denn aus China könnten bald so viele Neuheiten kommen, dass Herr Ruch ins rotieren gerät:
In China gibt es derzeit eine extrem hohe Zahl an Automarken, Schätzungen gehen von über 100 bis zu 150 aktiven Marken aus, wobei insgesamt sogar bis zu 300 Marken registriert sind. Davon sind etwa 97 reine chinesische Eigenmarken, während der Rest auf Joint Ventures mit ausländischen Herstellern entfällt. Führende Hersteller sind BYD, Geely, Chery, Changan und SAIC.
Preiskampf: Die große Anzahl an Herstellern hat zu einem intensiven, ruinösen Preiskampf geführt. Die Landschaft ist durch einen starken Wettbewerb zwischen etablierten Herstellern und innovativen neuen E-Auto-Marken geprägt.
Bisher haben es nur die grössten über die Seidenstrasse geschafft, aber es werden mehr den Automarkt in Europa entdecken wenn in China nix zu verkaufen ist.
Eine unvollständige Liste hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_chinesischer_Automobilhersteller
China erlebt gerade unglaubliche Boom-Jahre was E-Autos betrifft. Schwer vorstellbar, dass in 10 Jahren immer noch so viele Marken existieren. Denn auch innerhalb Chinas gibt es einen Preiskampf. Und scheinbar auch einiges an Überproduktion. Zumindest war das vor einem Jahr ein ziemliches Thema.
Dazu kommt, dass China etwa doppelt so viele Einwohner hat wie die EU. Das ist ein Riesenmarkt, auf dem durchaus Platz für viele Hersteller sein sollte.
Auch wenn es schwer ist und künftig sicher nicht einfacher werden wird: Bitte bleibt bei radical den Autos und Themen darum herum treu. Gastro-, Lifestyle-, Wellness- und Foodthemen, das können andere auch.
Wenn es nach mir geht, macht unbedingt weiterhin Storys über Vorkriegsmarken!
Von LaSalle wusste ich nichts, außer „war halt der günstigere Cadillac.“ Dass die Autos auch die hübscheren Cadillac waren und die heute allgegenwärtige „Individualisierung“ dort schon möglich war, als Henry Ford buchstäblich alles schwarz malt, davon laß ich zum ersten Mal.
Heute Morgen war ich wohl noch nicht ganz da und schrieb unter LaSalle den Text, der eigentlich hierher gehört.
Zum Vorwort des Newsletters 10/26:
Ja schade, gerade die langen und ausführlichen Berichte, eben auch zu den Vorkriegswagen und -marken, finde ich sehr spannend zu lesen und sehr schön anzusehen, welche unterschiedlichen Modelle es gab.
Gerade bei LaSalle ist auch interessant, wie wichtig doch immer wieder das Marketing ist. „Hätte er Cadillac geheissen …..“.
Hätte Mercedes die A- und B-Klasse unter anderem Namen vermarktet, wären diese wohl noch erfolgloser gewesen.
Ganz toll der Bericht zum Delage D8, danke dafür!
Ja, die Sammlungen.
Tatsächlich für mich uninteressant.
F40 sowieso, der gefiel mir noch nie, aber auch Miura, den ich sehr mag.
Aber, was nutzen mir die Fahrgestellnummern und die Geschichten zu diesen?
Wer sich so einen Wagen in sein Stockwerk im Burj Khalifa als Deko stellen kann, der weiss schon, wo er einen herkriegt …..
Was ich ein wenig vermisse, sind echte News.
Von Renault Clio und e-Twingo ist beispielsweise nichts zu lesen, von den neuen BMWs ebenso wenig usw..
Diese Seite habe ich übrigens entdeckt bei der Infosuche nach irgend einem Nachkriegs-Klassiker. Da gibt es hier schon viel gute Information.
Schwierig scheinbar, der Spagat zwischen Vor- und Nachkriegsklassikern, ein wenig Motorsport, echten News (aktuelle Modelle), e-Autos, Motorrad, Reisen und jetzt auch noch Food.
Ja, radical ist schon anders, das macht es spannend.
Aber es ist halt nicht alles für jeden interessant.
Ich gestehe:
Vorkriegsautos finde ich schön, aber in der Regel nur diejenigen aus Europa wirklich spannend, warum diejenigen aus den USA mich nur selten interessieren, kann ich nur bedingt erklären.
Und, ja, es gibt Vorkriegsautos, die mich sehr faszinieren, die zahllosen, teilweise sehr schrägen Briten wie Frazer Nash, Aston Martin, die wunderbaren MG’s, auch die Bentleys und Rolls Royce, die unfaßbaren Vorkriegs-Alfas und Lancias, natürlich Delage, Voisin und Bugatti, aber nur die reduzierteren, nicht die Art Deco-Auswüchse.
Aber:
Sie interessieren mich mehr aus historischen und technischen Aspekten heraus, weniger unter Design-Gesichtspunkten oder aufgrund der soziologischen Einordnung.
Aber:
Die Italienischen Micro-Sportwagen finde ich alle ganz großartig, ebenso wie die herrlichen Miuras, deren bunte Geschichten mich ebenso faszinieren wie die bunten Farben…
Allerdings:
Bei den F40 bin ich raus, ein F40 war zwar tatsächlich der erste Ferrari, den ich selber fahren durfte, ich fand ihn allerdings schon damals mehr schnell als schön, daran hat sich nichts geändert und die Tatsache, daß der Großteil gar nicht benutzt wird, macht es nur noch schlimmer – wie sang Fredl Fesl: „Ein Auto, daß nicht fährt, daß ist sein Geld nicht wert!“
Und:
Die Food-Themen finde ich wunderbar, das Aufmacherphoto mit dem flüchtigen Camembert und dem Landbrot läßt einem das Wasser im Munde zusammen laufen und zu diesem Thema wünsche ich mir mehr, viel mehr!
Denn:
So wie die Fahrt in einem besonderen Auto ein sinnlicher Genuß ist, so sind Essen und Trinken ein sinnlicher Genuß, optimal verbindet sich beides bei einer Fahrt in ein besonderes Restaurant, zum Beispiel bei einer Fahrt im offenen Wagen durch die Berge in die Krone in Aldein…
Insofern:
Interessieren mich manche Themen bei radical mehr – klassische Sportwagen, feine Limousinen, historische Rennwagen, originelle Kleinwagen und sogar einige der Amerikaner – und andere Themen weniger – Hypercars, Japanische Kampfmaschinen, Chinesische Elektro-SUV’s.
Aber die Mischung ist für mich ziemlich perfekt, die Photos sind in der Regel großartig und die Textespannend und von unfaßbarem Fachwissen geprägt, also weiter so und auch gerne mal wieder einen kontroversen Text, bitte, auch wenn die Leser manches Mal anderer Meinung sind!
Ja, ich gebe es zu, als Dinoisti hätte ich zum Dino Parigi oder Ginevra schon was schreiben können. Allerdings hat Herr Ruch ja die beiden Modelle gut beschrieben und die Fotos kannte ich schon aus anderen Publikationen.
Pininfarina „schneiderte“ damals ziemlich viel am Konzept „Dino“ herum. Neben dem Fiat Spider und dem Ferrari Dino 206/246 GT (der ja so nicht genannt werden durfte) gabs da noch ein Coupe Speciale (sieht fast aus wie ein geschlossener Spider mit Blechverdeck), ein Coupe Berlinetta, beide Autos gibt`s scheinbar nicht mehr und eben die beiden Parigi bzw. Ginevra als Studienobjekte für den Windkanal.
Diese 4 Prototypen sollen jeweils auf den gleichen Fahrgestell aufgebaut worden sein. Das soll die Erklärung sein, dass es nur noch den letztgebauten Ginevra gibt. Ob`s wieder so ein G`schichterl ist? Ich weiß es nicht. Vielleicht tauchen die Prototypen ja doch bei irgendeinem Sammler wieder auf… Pininfanrina war damals sehr produktiv und Bertone baute zu dieser Zeit nur das Coupe. Später dann wurde auch Bertone kreativer und schob den Stratos und als letzten Abkömmling den 308gt4 nach, der aber im wesentlichen nur den Radstand und die (wohlwollend betrachtet) 4-Plätzigkeit des Coupes übernahm.
Manche Artikel lese ich, schaue mir die Fotos an und das war`s dann. So war`s auch in diesem Fall.
Die Berichte zu den Vorkriegsautos lese ich zwar auch, allerdings kann ich zu dieser Thematik, mangels eigener, echter Erfahrungen, nicht viel beitragen. Da finde ich es besser zu lesen und zu schen und zu schweigen.
Manchmal erheitern mich die Kommentare, wo ich mir nicht sicher bin, ob da das Übersetzungsprogramm nicht gut ist oder ob das Realsatire sein soll. Es ist zwar manchmal schwer zu folgen, aber na gut, Meinung ist Meinung.
Insgesammt finde ich die Auswahl an Themen sehr gut.
Sollte die Autoindustrie aus ihrem Wahn erwachen und Autos anbieten, für die es auch eine echte Nachfrage gibt (nicht Nachfrage durch Subventionionen o.ä.) dann wird auch das mit den Neuheiten wieder ein Thema.